Hanf der Bodenoptimierer

 

 

Eine der in meinen Augen beeindruckendsten (und auch von vielen Umweltschützern noch unterschätzten) Eigenschaften des Hanf ist seine Fähigkeit, vergiftete Böden wieder in wertvolle Erde zu verwandeln.

 

Spätestens seit Ende der 1990er Jahre ist klar geworden, welche Potenz im Hanf zum Entkontamination von Böden steckt. Zu diesem Zeitpunkt wurde Hanf nämlich in der Nähe von Tschernobyl gepflanzt, im völlig versuchten Boden nahe des verunglückten Atomreaktors in der Ukraine. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass Hanf besonders gut für die Bereinigung des Bodens von Kadmium ist, einem Schwermetall, das Nierenversagen auslösen und für die Verformung von Knochen und Gelenken verantwortlich sein kann.

 

Diese Einsatzmöglichkeit für die Hanfpflanze wird als Phytoremediation oder Phytosanierung bezeichnet. Sie bechreibt einen Prozess, während dessen geeignete Pflanzen durch ihr Wurzelsystem toxische Stoffe aus dem Boden extrahieren und in Geweben des Pflanzenkörpers konzentrieren, ohne als ganzes System Schaden davon zu tragen (essbar oder anderweitig für den menschlichen Gebrauch verwendbar sind sie danach natürlich nicht mehr). Dabei werden Toxine aus der Erde gezogen und gebunden oder durch Stoffwechselprozesse entgiftet. Zurück bleibt gesundende Erde.

 

Auch nach Fukushima erwägt die japanische Regierung nun den zentralisierten Anbau von Hanf in geschädigten Gebieten. Hanf kann dabei zweierlei Funktionen erfüllen: Im ersten Pflanzdurchgang reinigt er die kontaminierten Böden; in folgenden Pflanz-Zyklen unterstützt die Pionierpflanze die Erde dabei, sich wieder zu erneuern und ein für Bodenlebewesen fruchtbares Habitat zu werden.